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Maschenmuseum Albstadt
Wasenstraße 10 · 72461 Albstadt-Tailfingen
Öffnungszeiten: Mi, Sa, So, Fei 14 – 17 Uhr
Telefon (0 74 31) 1 60 - 14 65 oder - 14 85
www.albstadt.de · museen@albstadt.de
15. Juli 2011 - 31. März 2012
RETROSPEKTIVE – Ein Blick zurück auf die Mode der 70er und 80er Jahre
Albstadt-Tailfingen. Am 15. Juli, um 19 Uhr eröffnet das Maschenmuseum Albstadt die neue Sonderausstellung „RETROSPEKTIVE zur Mode der 70er/ 80er Jahre u. a. aus der Albstädter Modesammlung von Renate Steim-Ölkrug.
Ethno- , Disco-, Glam- und Afro-Look – was für die einen in den 70er Jahren nur bunt und schrill war, wurde von anderen kurz als das „Jahrzehnt des schlechten Geschmacks“ tituliert. Während der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe die 70er Jahre als das „Ich-Jahrzehnt“ der Selbstverwirklichung charakterisierte, empfanden viele diese Zeit – auch in modischer Hinsicht – nur als wild und verworren.
Mit den neu gewonnenen Freiheiten der 60er Jahre und dem Ruf „Zurück zur Natur“ wurde die „Beige Phase“ mit Materialien wie Wolle, Baumwolle und Seide geboren. Die Sehnsucht nach der Fremde und nach ursprünglichem Leben spiegelte sich wieder in Folkloregewändern, Kaftans und Wildlederblousons mit Fransen, während u. a. der Fußballer Paul Breitner mit gekräuseltem Haar dem Afro-Look zu breiter Akzeptanz verhalf.
Nach den Vorbildern von „Dancing Queen“ und „Saturday Night Fever“ bot die Discokultur eine Bühne für den glamourösen Auftritt eines jeden Einzelnen. Glitzernd und glänzend, mit Schlaghosen und Plateauschuhen feierte hier eine phantasievolle Selbstgestaltung fröhliche Urstände. Nicht zuletzt waren in den 70er Jahren Kleidung und Musik so eng miteinander verquickt, dass das modische Outfit einer Band fast genauso wichtig war wie die Songs, die sie schrieben.
Die Mode der 80er Jahre brachte mit der „Yuppie-Bewegung“ einen Kleidungsstil, der am besten mit den Worten „dressed for success“ umschrieben werden könnte. Es war wieder chic, Geld zu verdienen, sich in Anzug und Kostüm zu werfen und einem ungebremsten Konsum zu huldigen – die westliche Welt war tendenziell wieder konservativ. Extreme Schulterpolster signalisierten „Ellbogenmentalität“ und Ehrgeiz bei den Männern, Macht und Autorität bei jenen Frauen, die nun auch optisch „ihren Mann stehen wollten“. Die 80er Jahre waren mit Lycra und Leggins auch die Jahre des Bodybuildings und die Dekade der Modedesigner überhaupt.
Die Ausstellung „Retrospektive“ fächert in einer Palette von ausgewählten Original-Kleidungsstücken Stilmerkmale dieser bewegten Jahrzehnte auf. Lassen Sie sich inspirieren von früheren Trends oder erinnern sie sich einfach an die „guten alten Zeiten“...
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GALERIE SMEND
Mainzer Straße 31 + 37
50678 Köln
Tel. (0)221 31 20 47
www.smend.de
smend@smend.de
bis 10. September 2011
Textilien aus Indonesien
bis 11. September 2011
UNESCO Weltkulturerbe 2009: "Indonesische Batik"
Eine Ausstellung von Galerie Smend, Köln und
Annegret Haake, Kronberg
in der Galerie im Schloss, Stadtverwaltung Ballenstedt am Harz
unter der Schirmherrschaft des Generalkonsulats der Republik Indonesien in Frankfurt am Main
Feierliche Eröffnung am 2. Juli 2011 um 15 Uhr
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bis 17. Juli 2011
"Lebendiges Weltkulturerbe - Indonesische Batik" Galerie Smend
Textilmuseum DIE SCHEUNE in 41334 Netteltal
15. September - 29. Oktober 2011
Gerda Obermoser, Österreich - "Batiken auf Holz"
Freitag, den 16.9.2011 - 11 - 12 Uhr
Führung durch Frau Obermoser
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Textilmuseum Bocholt
Uhlandstr. 50
46397 Bocholt
Tel: 02871-21611-0
textilmuseum@lwl.org
www.textilmuseum-bocholt.de
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr
„Fadenlauf“ verbindet Stadt und LWL-Industriemuseum
Kunstinstallation zur Eröffnung der Spinnerei in Bocholt
18.8.-23.10.2011
Bocholt (lwl). Fassaden, Straßen und Bäume – eingesponnen in bunte Bänder. Ab 18. August werden Passanten in der Bocholter Fußgängerzone erstaunt nach oben blicken. Mit ihrer Installation „Fadenlauf“ verbinden die Düsseldorfer Künstler Barbara Esser und Wolfgang Horn Orte im Stadtkern mit der ehemaligen Spinnerei Herding, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am 2. September als zweiten Teil seines Textilmuseums eröffnet. Die Installation ist ein Gemeinschaftsprojekt von LWL-Industriemuseum, Stadtsparkasse Bocholt und Stadtmarketing. Sie wird am Donnerstag, 18. August, um 16 Uhr vor dem historischen Rathaus eröffnet und läuft bis 23. Oktober 2011.
„Der Fadenlauf gibt die Richtung an, in die der Zuschnitt des Stoffes erfolgen muss, so dass die gefertigte Arbeit richtig fällt. Dabei gibt es den geraden und den schrägen Fadenlauf. Orientiert man sich an diesen, wird die genähte Textilie den richtigen Sitz haben“ So leiten die beiden Düsseldorfer Textilkünstler Barbara Esser und Wolfgang Horn den Titel der Kunstinstallation her. Sie gehören zu den wenigen Künstlern Deutschlands, die konsequent mit textilen Materialien arbeiten – und das seit 18 Jahren. Esser und Horn suchen dabei stets den Bezug zu Ausstellungsorten, die eine textile Geschichte haben.
150 Jahre lang gehörte Bocholt zu den wichtigsten Standorten der westfälischen und deutschen Textilindustrie. Bis zu 10.000 Menschen beschäftigte die Branche hier zur Blütezeit. Die Installation „Fadenlauf“ will den städtischen Raum mit der neuen Kulturfabrik und damit gleichsam, Gegenwart, Geschichte und Zukunft des Textilen miteinander verbinden. Fäden finden wie „Ausläufer“ den Weg aus dem Museum heraus in die Stadt. Umgekehrt führen textile Wege aus dem städtischen Raum ins Museum. An Nord- und Neustraße wird das Künstlerpaar textile Bänder an Häuserfassaden fixieren und über dem Straßenraum große Netzwerke spannen. Die Fäden, Grundeinheit für die Herstellung von Stoffen, scheinen aus den Fassaden herauszuwachsen, mit ihnen vernäht zu sein, das Geflecht wird zu einer Nahtstelle im Stadtbild.
Auch aus den Bäumen vor der Spinnerei an der Industriestraße entspringen „textile Äste“. Fächerförmige Fadengrafiken verleihen eine zusätzliche Dynamik. Das Miteinander von Blättern, natürlichen Ästen, installierten Fäden und Fächern lässt jeden Bäume für sich als textile Kunstwerk erscheinen.
Weitere Informationen über die Künstler unter www.esserhorn.de.
Informationen über die Spinnerei und das Eröffnungsprogramm unter www.lwl-industriemuseum.de

Links: Eine Grafik vom Neutorplatz lässt erahnen, wie sich „Fadenlauf“ in der Realität verhält. Grafik: Wolfgang Horn
Rechts: So sehen die bunten Faden-Fächer aus, die in die Bäume vor der Spinnerei gespannt werden.
Foto: LWL
Atelier. Industrie: Ford-Abakanowicz
2.9. bis 20.11.2011
Zur Eröffnung der Spinnerei präsentiert das LWL-Industriemuseum im Drosselsaal textile Skulpturen der beiden international renommierten Künstlerinnen Laura Ford (Wales) und Magdalena Abakanowicz (Polen).
ZwischenRäume
2.9. bis 20.11.201
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Öffnungszeiten:
Di.-Fr 14.00-18.00
Uhr
Sa u. So 11.00-17.00
Uhr
Unter der Schirmherrschaft des Japanischen Generalkonsulats Düsseldorf
WAHLVERWANDSCHAFTEN UM 1900.
Katagamis: Abbild – Vorbild – Inspiration
8.5. - 28.8.2011
Erstmals präsentiert das Museum seine neue Sammlung historischer Katagamis aus der Edo- und Meji-Zeit, deren Ankauf die SPARKASSE NEUSS und der FÖRDERVEREIN DES ZONSER MUSEUMS ermöglichten.
Ende des 19. Jahrhunderts erreichten neben japanischen Farbholzschnitten verstärkt Katagamis den europäischen Kontinent und revolutionierte das Kunstschaffen. Katagamis sind Färbeschablonen zum Gestalten von Kimonos. In qualitätvolle Papierbögen werden mit Messern feinste Muster als Rapport geschnitten: Tiere, Blumen, Pflanzen, heraldische oder abstrakt geometrische Muster. Die Gestaltung der Textilien erfolgte vor dem Färben im Reserveverfahren mit Reispaste. Während der Edo-Zeit (1603-1867) erlebten die Katagamis in ihrer künstlerischen Delikatesse eine Hochblüte.
Waren die Schablonen in Japan handwerkliche Arbeitsunterlagen, so entdeckten die westlichen Künstler und Entwerfer des Jugendstils in ihnen eigenständige künstlerische Qualitäten und Schönheiten und nutzen sie für ihre eigene Entwurfstätigkeit.
Die Objekte vermitteln den Kulturtransfer von Ost nach West. Die japanischen Leihgaben stammen aus der Sammlung des SATÔ YOSHIHIKO MEMORIAL YAMAGUCHI NOH COSTUME RESEARCH CENTER in Kyoto als Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit mit AKIRA YAMAGUCHI in 2004.
Den Beitrag zum Jugendstil leisten neben Museen Sammler, deren Objekte erstmals öffentlich zu sehen sind.
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Deutsches Textilmuseum
Krefeld
Andreasmarkt 8
47809 Krefeld
Tel:
02151-9469450
www.krefeld.de/textilmuseum
Öffnungszeiten:
Bis 31. März 2010: Di-So 11-17 Uhr
Ab 1. April 2010: Di-So 10-18 Uhr
"Was vom Tage übrig bleibt ..." -
... zur Geschichte der Krefelder Seidenfabrik Wilhelm Schroeder
29.5.-28.8.2011
Dies ist eine ungewöhnliche Ausstellung für das Deutsche Textilmuseum, das sich einer bedeutenden Textilsammlung aus zwei Jahrtausenden rühmt und seinen Besuchern vor allem historische Textilien zu präsentieren gewohnt ist - und doch auch wieder nicht. Ungewöhnlich ist sie, weil die ausgestellten Textilien eher neuzeitlich und ganz eigener, eher privater Natur sind, und doch ist sie angemessen, weil hier eine für Krefeld bedeutende Phase seiner Textilgeschichte anhand einer der wichtigsten Krefelder Firmen der 2. Hälfte des 19. und noch vom Anfang des 20. Jahrhunderts aufgearbeitet wird.
Alles fing damit an, dass dem Museum der textile Nachlass der Dorothea von Scheven angeboten wurde. Die ungewöhnliche Fülle an selbst genähten Kleidern und zahlreichen unterschiedlichen Handarbeiten, insbesondere Quilts und Stickereien, alle mit großer Sorgfalt ausgeführt, ließen ahnen, dass es sich hierbei um eine besondere Person gehandelt haben musste.
Es stellte sich heraus, dass Dorothea von Scheven die Urenkelin von Wilhelm Schroeder war, einem für Krefeld im 19. Jahrhundert wichtigen Unternehmer, der seine Seidenfabrik Wm. Schroeder & Co. schon früh international ausweitete und zur bedeutendsten in ganz Deutschland gemacht hatte, wie es 1894 in der Begründung hieß, mit der er für den Titel des königlichen Kommerzienrates vorgeschlagen wurde.
Nach Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und dem Zusammenschluss mit der Wuppertaler Firma Gebhard & Co. im Jahre 1922, arbeitete das Unternehmen noch bis 1973 unter dem Namen Gebhard auch in Krefeld weiter. Dann ging die Firma in Konkurs.
Im Obergeschoss der Ausstellung zeigen wir die Arbeiten der Dorothea von Scheven, in deren Adern, so möchte man sagen, textiles Blut zu fließen schien. Sie sind, im wahrsten Sinne des Wortes, „was vom Tage übrig bleibt..."
Im Erdgeschoss werden zahlreiche Dokumente, Briefe, Fotos, Geschichten sowie Gemälde präsentiert, die mit der Familie und dem Unternehmen des Wilhelm Schroeder zusammenhängen und ein zwar unvollständiges, aber in Einzelheiten sehr erhellendes Bild von seiner Persönlichkeit und dem Ablauf der Vorgänge in seiner Fabrik geben. Wer sich die Mühe macht, die vielen Texte zu lesen, die im Original und teilweise in Abschrift ausgestellt sind, wird viele Facetten einer deutschen Seidenfabrik im 19. Jahrhundert beleuchtet finden, angefangen von der Umstellung auf mechanische Webstühle, über die Suche nach dem besten Rohmaterial Seide, die Sorge um die Arbeiter oder den Ärger bei der Teilnahme an der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900.
Die Nachfahren des katholischen, aus einfachen Verhältnissen stammenden Gerbersohn Wilhelm Schroeder sind schließlich durch Heirat mit den mennonitischen Krefelder Seidenbaronen verbunden, so dass die Ausstellung eine durch Erbschaft an die Nachfahren gelangte Bibel der Adele Scheuten, geb. von der Leyen, zeigen kann.
"Es putzt ganz ungemein" - Accessoires und Damenkleidung der letzten 200 Jahre aus dem Bestand des Deutschen Textilmuseums
25.09.2011 - 15.04.2012 (geschlossen vom 31.12.2011 bis 23.01.2012)
Zum ersten Mal überhaupt wird das Deutsche Textilmuseum aus seinem reichen Bestand europäischer Mode eine große Anzahl an Accessoires - darunter phantasievolle Kopfbedeckungen, Taschen, Tücher, Schuhe, Fächer, Schmuck - gemeinsam mit circa 60 Damenkleidern der Öffentlichkeit zeigen.
Zu den präsentierten Accessoires gehören sowohl Kashmirshawls aus der Zeit um 1800 als auch Perlenbeutel des Biedermeier, sowie opulent verzierte Taschen, Hüte und Tücher aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Daneben kann mit vielfältigen Beispielen der Wandel in der Schuhmode durch die Epochen hindurch dargelegt werden.
Einen weiteren Schwerpunkt dieser Ausstellung bilden Kleider und Accessoires der Preisträger des „Goldenen Spinnrads" aus den 1980er und 1990er Jahren. Ergänzt wird die Schau durch zahlreiche „Modekupfer" - kolorierte Kupferstiche aus Modezeitschriften des 19. Jahrhunderts - aus dem Bestand des Deutschen Textilmuseums, die die zeitgenössischen Damenmoden einer breiten Leserschaft detailreich illustrierten.
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Das Textilmuseum DIE SCHEUNE wurde1975 von
den Eheleuten Hildegard und Walter Tillmann restauriert zu einem Museum der
textilen Kunst umgebaut. Die ursprünglich private Sammlung ist heute eine
Stiftung.
08.05.2011 „Lebendiges Weltkulturerbe – Indonesische Batik“
Galerie Smend,„Zeitgenössische Batik aus Berlin“, Martina Breyer ,
Eröffnung 11 Uhr, Ausstellungsdauer: 08.05. – 17.07.2011
24.07.2011 „Historische und aktuelle Berufsbekleidung “
Eröffnung 11 Uhr, Ausstellungsdauer: 24.07. – 11.09.2011
18.09.2011 „Wie handarbeiten unsere Nachbarn“,
Eröffnung 11 Uhr, Ausstellungsdauer: 18.09 – 30.10.2011
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"Auf die Plätze - fertig - Hut ab!"
LWL-Industriemuseum stellt Hut, Helm, Tuch & Co. aus
Hattingen (lwl) "Alles Kopfsache" heißt die neue Ausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen. Hut, Helm, Tuch & Co. - was der Mensch sich auf den Kopf setzt, erzählt uns, was er denkt, wie er lebt, wo er arbeitet, welche Stellung er in der Gesellschaft hat. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und dem Stadtmuseum Hattingen zeigt das LWL-Industriemuseum ab Freitag, 8. Juli, wie Hüte gemacht werden, wo Hüte gehandelt werden und warum sich Menschen Hüte auf den Kopf setzen (bis 30. Oktober).
Das "Warum" ist Thema im Foyer des LWL-Museums. Der erste Blick fällt auf eine Jakobiner-Mütze von 1792. Daneben ist "Marianne", Symbol der französischen Revolution - natürlich an eben jener roten Kopfbedeckung zu erkennen. Vor ihr steht ein Gartenzwerg, ebenfalls rot bemützt. Tatsächlich haben beide Kopfbedeckungen gleiche Wurzeln. "Vom Aufruhr zur Beschaulichkeit - das Gleiche ist eben nicht Dasselbe. Solche Perspektivwechsel begegnen dem Gast auch an den folgenden Stationen", erklärt Projektleiterin Theresa Viehoff-Heithorn: "Das Kopftuch ist keineswegs den Frauen vorbehalten und kommt in allen Kulturen zum Einsatz." Jopi Heesters und Marlene Dietrich machen den Auftakt in der Abteilung "Zylinder". Einst war der Zylinder Symbol des aufbegehrenden Bürgertums, ein "revolutionärer" Zylinder von 1848 belegt das. "Auch beim Erzkapitalist Dagobert Duck funktioniert der 'hohe Hut' als Symbol", weiß Viehoff-Heithorn,"wenn auch mit ganz anderem Inhalt." Die Themen Politik und Militär folgen, auch Ritual, Theater und Sport.
Beuys und Bonaparte
Kurator Dr. Olaf Schmidt-Rutsch mag die Abteilungen "Norm" und "Identität" besonders gerne: "Hier wartet die Erkenntnis, dass wir beim Dresscode eher nicht mit dem Kopf durch die Wand der Verhaltensnormen gehen. Aber wehe, wenn sie losgelassen werden: Im Karneval wird das Jecke zur Norm", lächelt Schmidt-Rutsch und wendet sich zum "walk of fame". Auf rotem Teppich mit respektvollem Abstand präsentieren sich dort behütete Größen aus Politik und Show-Business. Beuys, Delay und Cicero stehen für die Kunst, Dietrich, Monroe und Meysel für den Film, Adenauer, Schröder und Genscher für die Politik. Und da stehen sie dann, die Pickelhaube von Wilhelm I. und der Zweispitz von Napoleon. "Dass wir diese phantastischen Exponate zeigen können, macht uns schon ein bisschen stolz", räumt Schmidt-Rutsch ein.
Adelig geht es weiter bei Berufswelt und Arbeitsschutz. "Bilder von behelmter Prominenz sollten zeigen, dass Arbeitsschutzvorschriften für alle gelten", erläutert Viehoff-Heithorn. Handfeste Belege liefern die Helme von Queen Elisabeth und Erich Honecker. "Es ist schon erstaunlich, dass ein echter Kopfschutz erst seit den 1960er Jahren bestand." Interviews mit ehemaligen Arbeitsschutzbeauftragten belegen das. Reise-Hüte und das Wetter schließen den Reigen der Motive und Themen ab.
Schienenbus und Stahlwerk
Durch den Windfang (Thema: Wetter) geht es hinaus zum Schienenbus. Hier werden Geschichten der Zuwanderung erzählt, die mitunter auch Hutgeschichten sind. So wie jene von Emin Özel aus Paderborn, der dort zum ersten muslimischen Schützenkönig Deutschlands gekürt wurde- natürlich mit Schützenmütze gekleidet.
Im Bessemer-Stahlwerk steht jetzt eine halbe Hutfabrik. Am Beispiel der Firma Mayser, dem "Mercedes unter den Hüten", wird der Weg von Stroh und Haar zum fertigen Hut gezeigt. Auch Mayser spürt dem internationalen Preisdruck und den modischen Mainstream, der zu Stilllegungen in der Branche und weltweit zum Verlust traditioneller Produkte und Produktionen geführt hat. Das Unternehmen produziert deshalb Hüte für das gehobene Qualitätssegment. Und es hat andere Anwendungsbereiche für die Dampfformtechnik der Hutproduktion gefunden, unter anderem die Herstellung von Rammschutz für Bulldozer und von BH-Cups. Vor Ort beginnt dann die Suche, wie der Mensch zum Hut kommt. Hattingen verfügt noch über ein Fachgeschäft. Doch der Blick führt schnell weit hinaus. Denn andernorts ist man auf Kaufhaus, Katalog und Internet angewiesen. Was macht das mit den Menschen und ihren Hüten? Ist der Basecap-Einheitslook Kulturverlust oder ermutigendes Zeichen einer Welt, die zusammenrückt? Und wem gilt unsere Achtung? Den Millionen Kindern in der indischen Textilindustrie? Den Menschen in Ecuador, die wochenlang mit ihren Händen im Wasser an einem Panamahut flechten? Den Facharbeitern im Allgäu, die hochpreisigen Schick produzieren? Oder doch der "demokratischen Krone" Basecap, die alle "unter einem Hut" bringt? Auch hier zeigt sich, dass alles, was der Mensch sich auf den Kopf setzt, etwas mit dem Kopf zu schaffen hat, auf dem er sitzt. Oder um Heinz Erhard zu bemühen: "Es lohnt sich nicht n' Hut zu tragen, endet der Mensch bereits am Kragen."
Hütchen-Spiele
Hut, Helm, Tuch & Co. kann man in der Ausstellung auf vielen Wegen erleben. Unter dem Motto "Hütchenspiele" bietet das LWL-Industriemuseum Führungen, Workshops und vieles mehr.
So steht jeden Sonntag um 15 Uhr eine offene Führung auf dem Programm. Neben der Führung "Alles Kopfsache" bietet das LWL-Industriemuseum noch ein Quiz und mehrere altersspezifische Schulführungen an. Museumspädagogin Anke Troschke freut sich über eine Premiere: "Mit der Hutschachtel können die Gäste selbst durch die Ausstellung gehen. Da sind Dinge drin, die den Hut-Besuch zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Familie machen." Schulen können eine Schulschachtel für die Unterrichtsvorbereitung ausleihen. Mit dem "Wanderhut" gehen die LWL-Mitarbeiter auch in Seniorenheime. In Workshops können Hüte gebastelt und Helme aus Metall geformt werden.
"‘AllesKopfsache‘ ist ein wirklich dankbares Thema. Die Kooperation der beiden Landschaftsverbände mit der Stadt hat Lust auf mehr gemacht. Wir hatten bis heute viel Freude am Projekt und konnten eine Schau mit spektakulären Objekten und vielen Denkanstößen schaffen", freut sich LWL-Museumsleiter Robert Laube. "Mit Vorträgen, Filmnächten und Erzählcafés gibt es wirklich viele Gelegenheiten, sich 'AllesKopfsache ' in den Kopf zu setzen."
Für Interessierte gibt es Infomaterial: Es ist ein Faltblatt zum Projekt sowie ein Flyer zum Begleitprogramm erschienen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
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Fortbildungsveranstaltungen |
C 27
Raffen, Falten, Knicken - Stoffe in der 3. Dimension
Für Lehrende aller Schulformen, die das Fach Kunst unterrichten und neue Inhalte kennen lernen wollen.
Leitung: Silke Bosbach (www.silke-bosbach.de)
Textile Flächen (insbesondere Wollfilz & Nadelvlies) und nontextile Materialien werden durch spezielle Techniken wie Raffen, Falten, Auf-/Auseinanderschneiden, Zusammennähen, Kleben & Schrumpfen von Stoffen (Kein Nassfilzen mit den Händen!) manipuliert, um die dritte Dimension als Gestaltungsmittel zu nutzen. Die dabei entstehende Wirkung von Licht und Schatten sowie die Farbigkeit des Ausgangsmaterials sind wesentliche Elemente z.B. zur Gestaltung von Wandobjekten (von klein- bis großformatig), Kissen und Hüllen für Lampenschirme/Leuchten etc.
Bitte bei der Anmeldung eine gültige E-Mail-Anschrift nennen, so dass die Referentin ca. 14 Tage vor Kursbeginn eine Grundmaterialliste an alle Teilnehmer/innen verschicken kann.
Samstag, 15. Oktober 2011
10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Kardinal-Schulte-Haus
Overather Straße 51
51429 Bergisch Gladbach-Bensberg
Telefon: 0 22 04/40 80
Kursentgelt: 30,00 EUR
Anmeldungen über
Institut für Lehrerfortbildung
Kuhlendahl 63 - 45470 Mülheim
Postfach 10 09 52 - 45409 Mülheim
Tel. (0208) 300 35-0 - Fax (0208) 300 35 10
eMail: info@ifl-muelheim.de
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